Viszerale Osteopathie

Die Viszerale Osteopathie ist der Teil der Osteopathie, welcher sich speziell der Behandlung innerer Organe (Viszera) widmet.

Entwickelt wurde die Viszerale Osteopathie in den siebziger Jahren von J. P. Barral, und Dr. Weisschenk und ist somit ihr jüngster Zweig.

In der Viszeralen Osteopathie gibt es zwei Formen der Bewegung, die vom Osteopathen ertastet und behandelt werden.

Durch die Bewegung des Zwerchfells (größter Atemmuskel) gleiten die Organe während der Ein – und Ausatmung, durch ihre meist bandhafte Fixation im Bauchraum, in einem ihnen vorgegebenem Muster übereinander. Die Beweglichkeit der Organe zueinander und zu den sie einhüllenden oder stützenden Muskel- und Bindegeweben nennt man Mobilität. Die Aufgabe des Osteopathen besteht darin, diese Mobilitätsmögkichkeiten zu testen und Einschränkungen sanft zu behandeln.

So können ligamentöse (bandhafte) Anheftungen der Organe mobilisiert, Verklebungen gelöst und gestaute Gewebe drainiert (entstaut) werden. Dadurch werden die Funktion der Organe unterstützt und angeregt, die Selbstheilungskräfte gefördert und krankhafte Mechanismen aufgelöst.

In der Viszeralen Osteopathie besitzt das Wissen um die embryonale Entwicklung der Organe eine große Bedeutung, da sich aus der “embryonalen Entwicklungsbewegung” (Ascensus, Descensus), die jedes Organ vollzieht, eine feine tastbare Bewegung ergibt. Diese wird von jedem Organ fortwährend ausgeführt und in der Viszeralen Osteopathie Motilität genannt.

Der Osteopath tastet diese feinen Bewegungen und kann sich so ein Bild von der Gesundheit des jeweiligen Organes machen. Durch eine sanfte Förderung dieser Bewegung wird die Vitalität des Organs angeregt. Die Selbstheilungskräfte werden aktiviert.