Die Craniosacrale Osteopathie wurde von Dr. William Garner Sutherland, einem Schüler Stills, als Teil der Osteopathie entwickelt. Er untersuchte den Schädel des Menschen und entdeckte Bewegungsmöglichkeiten entlang der Schädelnähte (Suturen). Er entwickelte ein Konzept, welches die rhythmische Bewegung der einzelnen Schädelknochen schematisch dokumentierte.
Dieser tastbare Rhythmus von 9 – 12 Bewegungen pro Minute überträgt sich auf die einzelnen Knochen, vom Schädel (Cranium) bis zum Kreuzbein (Sacrum). Als Motor für diese Bewegung werden der Liquorfluss oder die Motilitätsbewegung (unabhängige Eigenbewegung) des Gehirns vermutet.
Insgesamt umfasst das Craniosacrale System folgende Strukturen:
- Die Schädelknochen
- Die Hirn- und Rückenmarkshäute
- Das Kreuzbein
- Die Hirn- und Rückenmarkflüssigkeit (Liquor)
- Das Gehirn
Alle diese Strukturen besitzen eine enge Verbindungen zu den anderen Systemen des Körpers (Nervensystem , Hormonsystem , Muskel-, Skellett-, Gefäß- und Organsystem).
Durch Ertasten kann der Osteopath die craniosacralen Bewegungen am Schädel und am Kreuzbein wahrnehmen und so Einschränkungen in diesem System lokalisieren. In der Behandlung wird mit sehr sanften, aber spezifischen Mobilisationen die Bewegungsfähigkeit der eingeschränkten Strukturen wiederhergestellt. Diese verbesserte Mobilität wirkt sich positiv auf die anderen Systeme (s.o.) aus.